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Der Hof
Ausflugsziele in die Umgebung
 

 

Von der Kate zum Ferienhof

  In einem sandigen und unfruchtbaren Heidegebiet wurden im 18. Jahrhundert Kolonisten angesiedelt. Unser Hof ist einer dieser ehemaligen Kolonistenhöfe und seine Geschichte begann 1764.
1763 Die Tagelöhner Michel Reinhard (24) und seine Frau Dorothee (22) verlassen 1763 ihre Heimat in der Gegend um Darmstadt in Südhessen und begeben sich auf den beschwerlichen Weg über die Elbe in das damals dänische Schleswig-Holstein. Der dänische König ließ in einigen Gegenden Deutschlands Siedlungswillige anwerben und versprach diesen Armen Leuten (meistens keine Bauern) Land, ein Haus und Vieh.
  Die Wirklichkeit sah leider ganz anders aus:
1746 wird die Kolonistenstelle bezogen. Sie bestand aus einer Kate, 2 Ochsen, 1 Kuh, 2 Schafen, etwas Land, das man erst roden musste.
1765 Am 1. Mai 1765 "desertieren" die Siedler bei Nacht und Nebel, wahrscheinlich mit 16 anderen Familien über die Eider, Heide nach Tönning und mit dem Schiff nach Niedersachsen. (29 Männer, 30 Frauen, 70 Kinder)
Wahrscheinlich ist auch, dass sie den Werbern der russischen Zarin Katharina folgten, denn auch Russland brauchte Menschen für abgelegene Gebiete.
  1765 wechselte die Kate mehrfach den Besitzer Hans Arve, Hans Seemann und Friedrich von Essen.
1770 Und so wechselte der Hof weiter zu Hans Peter
1776 zu Johann Engel
1785 zu Hans Mumm
1809 zu Sohn Jacob Mumm
1836 und schließlich zum Schwiegersohn Peter Stamp durch Zukauf
1867

Im Jahre 1867 bestand das Haupthaus aus einer heizbaren Stube, einer Küche, der Rest war Stall für die Tiere. Angebaut wurden einfache Feldfrüchte wie Roggen, Buchweizen, später Kartoffeln, mit geringem Ertrag. Dünger gab es nicht, später wurde Kalkmergel eingebracht.

Die Steuerbücher geben genau Auskunft:
Reinertrag 210 M, Steuerstufe 6 (bedeutet ein Grund mit 9 Gebäuden),
Größe etwa 10 Steuertonnen zu je 320 Quadratruthen ( heute ca 7 Hektar)
Gesamtsteuereinnahmen in Neubörm 35 Taler und 6 Silbergroschen.
Ja und dann waren da noch die kostenlosen Arbeits- und Spanndienste für die Obrigkeit zu erbringen, über die genau Buch geführt wurde. (Wegebau, Deichbau, Stellungsbau am Danewerk für Dänen und Preußen)


Der letzte Dreck war man als Kolonist !
1765 schrieb jemand an den Kammerherrn von Plessen. Im Nachsatz stand:

1872

Der Sohn Jacob Stamp hatte keine Kinder und verkauft an Claus Peter Jürgen Tams (1879-1935).

In der Chronik steht: Claus Peter Jürgen Tams war 1. Sohn von Johannes Tams und der Witwe Gosch, wohnhaft Kolonistenstelle 40".

1959 1959 brennt das reetgedeckte Anwesen ab.
1960 Ein Jahr später übernimmt unser Vater Claus Friedrich Tams den Betrieb
1976 Die aktuelle Station ist für den Hof erreicht. Wir (Friedrich mit Ehefrau Heike Tams) übernahmen zusammen den Hof. 1990 begannen wir damit Teile zu Ferienwohnungen umzubauen.

Dies war ein kleiner Ausflug in die Vergangenheit. Heute hat sich der Hof stark verändert und ist den modernen Anforderungen unserer Gesellschaft angepasst.